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"Fahrradtour Balkan I-Slo-Hr-BiH-Sr-Ro-Hu..." a Croatia Travel Page by AndreSTGT

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AndreSTGT   
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Fahrradtour Balkan I-Slo-Hr-BiH-Sr-Ro-Hu 2005August, 2005 8
Fahrradtour Balkan I-Slo-Hr-BiH-Sr-Ro-Hu 2005 - 2August, 2005 7
Fahrradtour Balkan I-Slo-Hr-BiH-Sr-Ro-Hu 2005 - 3September, 2005 7

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Fahrradtour Balkan I-Slo-Hr-BiH-Sr-Ro-Hu 2005 - 2

by AndreSTGT - last update: Jan 21, 2006

26.8. 13. Tag 50 km

Split -- Vela Luka -- Korcula

Heute war der bisher härteste Tag der Tour. Ob dies an der zweiwöchigen Urlaubspause in Sevid lag, am strahlendem Sonnenschein bei knapp 30 Grad oder an der Strecke selbst weiß ich nicht genau. Wir nahmen nach einem hervorragenden Cappuccino im gemütlichen F2 an der Hafenpromenade von Split die 10:00 Uhr Fähre nach Vela Luka auf der Insel Korcula. Diese Überfahrt (29 Kuna p.P. + 31 Kuna fürs Fahrrad) dauerte 3,5 Stunden mit kurzem Aufenthalt in Hvar. Vela Luka ist ein gemütlicher,unspektakulär Ort an der schönen Westküste Korculas. Die ersten knapp 20 Kilometer durch das Inselinnere sich waren eher hügelig als bergig, hinter dem kleinen Dorf Blato kam es jedoch knüppeldick, kilometerlang oft steil bergauf mit wenig Schatten bis auf knapp 600 Meter über dem Meerespiegel. Die anschließende Abfahrt hinunter nach Korcula-Stadt war jedoch trotz schlechter Straße eine Freude, und wohlverdient dazu. Korcula ist eines der berühmtesten und schönsten dalmatinischen Städtchen mit seinem malerisch auf einem Felsvorsprung gelegenen mittelalterlichen Stadtkern, komplett mit Wachtürmen, Palazzi und engen Gässchen die zahlreiche hübsche, kleine Konobas und Cafes beherbergen. Der Sonnenuntergang heute war ein Traum, die kroatischen Sonnenuntergänge über den Adriatischen Inselchen sind wohl so mit die schönsten in Europa, leider war der Sommer bisher wettermäßig fast schon eine Katastrophe, heute war der erste komplett und wolkenlose Tag, dementsprechend auch der erste ungetrübte Sonnenuntergang. Übernachtung in sehr zentralem Privatzimmer, zu teuer für 300 Kuna, aber mit herrlichen Blick auf den Altstadtkern und die gegenüberliegende Halbinsel Peljesac.

27.8. 14. Tag 62 km

Korcula -- Orebic -- Trstenik -- Polace -- Babino Polje

Vom ca. 3 Kilometer westlich der Stadt gelegenen Hafen nahmen wir die Fähre nach Orebic (11 Kuna p.P. + 11 Kuna fürs Fahrrad) auf Peljesac. Diese Überfahrt dauerte nur 20 Minuten.Orebic ist ein gemütliches, unspektakuläres Städtchen mit einigen wunderschönen Feinkiesstränden. Kurz hinter der Stadt ging es dann kilometerlang bergauf ins bergige Landesinnere der Halbinsel, eine landschaftlich sehr schöne Strecke, vorbei an Weinbergen mit großartigen Ausblicken auf die Küste und die vielen kleinen Inseln zwischen Korcula und Peljesac. Zum Fahren allerdings eine sehr anspruchsvolle Strecke, die wieder auf 500 Höhenmeter anstieg, bei voller Sonneneinstrahlung und wenig Schatten sehr hart. Eine wunderbare Abfahrt hinunter ins traumhaft gelegene Trstenik entschädigte dann wieder ein wenig für die Strapazen. Von dem kleinen Örtchen fuhr um 14:30 Uhr eine Autofähre nach Polace auf Mljet. Die Wartezeit nutze ich für ein Schwimmchen im kristallklaren Meer, gefolgt von einem kleinen Mittagssnack, einem wunderbaren Risotto Nero (60 Kuna) in der Konoba Marin. Da Achim den Berg nicht packte und es vorzog zurück nach Orebic zu fahren, nahm ich die Fähre nach Mljet alleine. Die Überfahrt (40 Kuna p.P. + 55 Kuna fürs Fahrrad) dauerte 75 Minuten und ich wachte erst auf als wir in die traumhaft schöne Buchte von Polace einfuhren.
Dubrovnik
Mljet gilt als das Naturparadies unter den kroatischen Inseln und es ist unschwer zu erkennen warum. Üppiges Grün, strahlend blaues Meer, nichts verbaut, auch der Fähranlegeort Polace ist nur ein verschlafenes Dörfchen mit einigen Konobas und Cafes an der Promenade.Feriensiedlungen, historische Städte und Trubel sucht man hier vergebens, Mljet ist idyllische Natur pur. Von Polace machte ich einen kleinen Abstecher ins Herz des Inselnationalparks, zwei wunderschönen Binnenseen in üppiger grüner Vegetation, herrlich zum Baden und auch ideal mit dem Fahrrad zu erkunden da die Straße entlang des Ufers flach und autofrei ist. Zurück in Polace auf der schmalen Hauptstraße, die die Insel von Ost nach West durchquert ging es alsbald bergauf in das absolut einsamen Inselinnere. Eine sehr anstrengende Strecke auf teilweise sehr schlechtem Straßenbelag, der jedoch auch zur Ursprünglichkeit Insel beiträgt. Die Straße führt zwar nicht ganz so hoch ins Gebirge wie auf Korcula oder Peljesac, dafür sind die Steigungen oft sehr steil. Von der Topografie abgesehen war die Strecke aber recht angenehm, es gab kaum Verkehr und viel Schatten. Ich übernachtete auf einem gemütlichen, kleinen Campingplatz in Babino Polje hoch oben auf dem Berg (45 Kuna).

28.8. 15. Tag 70 km

Babino Polje -- Sobra -- Dubrovnik -- Cavtat -- Dubrovnik

Da ich oben in den Bergen übernachtete, dachte ich es ginge bis zum Fährhafen nur noch bergab, aber dies wäre nicht Mljet wenn es vor der finalen Abfahrt nicht noch einmal eine Steigung zu bewältigen gegeben hätte. Der Fährhafen liegt ca. 2 Kilometer außerhalb von Sobra und die Fähre kam pünktlich um 9:00 Uhr mit Achim aus Korcula an. Die Überfahrt nach Dubrovnik dauerte knapp zwei Stunden und war landschaftlich sehr schön, mitten durch die Inselgruppe der Elaphiten. Weniger erfreulich war der völlig überteuerte Preis für die Fähre, ein Fahrrad kostete allen ernstes 155 Kuna und die Person 57 Kuna. Internationale Preise, da die Fähre nach Bari weiterfuhr. Am Hafen wurde man von Sobe-Anbietern fast überfallen, die Saison scheint vorbei zu sein. Wir bezogen ein Zimmer etwas oberhalb des Hafens und fuhren anschließend in die Altstadt und im gemütlichen Café Hemingway einen teuren (12 Kuna) Macchiato in bester Lage zu trinken. Um die Ecke in der Konoba Karmen bekamen wir dann das schlechteste Essen der bisherigen Reise serviert, die Soße zu den Muscheln (45 Kuna) war fast ungenießbar und der gegrillte Tintenfisch (60 Kuna) war wieder frisch noch gegrillt. Dafür saß man schön. Um das schlechte Essen abzutrainieren fuhr ich anschließend noch in das 20 Kilometer südlich gelegene Cavtat. Aus Dubrovnik heraus- und hineinzufahren ist in dieser Richtung eine wahre Freude, die alte holprige Küstenstraße ist für Autos gesperrt und bietet herrliche Panoramablicke auf die märchenhafte Altstadt mit ihren massiven Festungsmauer und den roten Dächern. Die Riviera von Dubrovnik hinunter bis Cavtat ist landschaftlich schön, aber sehr stark zersiedelt. Cavtat ist ein hübsches, sehr mediterranes historisches Ferienörtchen mit einer café- und palmengesäumten Hafenpromenade und wunderbar duftendem Pinienwald - hier scheinen vor allem Engländer und Amerikaner Urlaub zu machen, dementsprechend hoch sind auch die Preise. Zurück in Dubrovnik liefen wir noch durch Städtchen auf der Suche nach einem besseren Restaurant und wurden außerhalb der Stadtmauern fündig. Das Orhan ist ein wunderschönes Restaurant idyllisch in einer kleinen Felsenbucht zwischen Festung und Altstadt gelegen und das Essen war einwandfrei. Günstiges Salatbuffet (15 Kuna), leckeres Meeresfrüchterisotto (55 Kuna), ebenso fein die Kalamari, gegrillt (70 Kuna) und als Salat (65 Kuna). Die Abendstimmung in Dubrovnik ist etwas ganz besonderes und ich kann mir vorstellen, dass außerhalb der Sommersaison, ohne die Touristenmassen, ein Abend auf dem Placa magisch ist.
29.8. 16. Tag 73 km

Dubrovnik -- Neum

Ein ganzer Tag auf der Adriamagistrale, die zum Glück nicht mehr ganz so stark befahren war wie noch vor einigen Wochen. Die gesamte Strecke zwischen Dubrovnik und dem bosnischen Korridor führte dich sehr einsames Gebiet, ohne eine einzige größere Ortschaft auf dem Weg. Landschaftlich ist die Küste auch hier wunderschön, einsame Kiesbuchten, Ausblicke auf die Elaphiten und Peljesac. Die Strecke war wie zu erwarten durchweg sehr hügelig, allerdings ohne dass die ganz großen Höhenunterschiede zu bewältigen gewesen wären. Es war wie der ziemlich heiss heute und die Verpflegung stellte, erstmals eigentlich, ein Problem dar - auf den über 45 Kilometern zwischen Trsteno und Neum gab es gerade mal eine Tankstelle, eine einfache Campingkneipe und zum Glück eine nette, schattige Konoba mit leckeren Sandwiches und Cevapcici im Weiler Doli.Neum ist nicht gerade der attraktivste Ort an der Adriaküste, Platz ist Mangelware auf dem engen zu Herzegowina gehörenden Korridor, dementsprechend zugebaut, teilweise mit wirklich hässlichen Plattenbausiedlungen, ist der Ort. Andererseits sind die Preise auch hier einiges niedriger als in Kroatien. Wir übernachteten in einem ordentlichen Privatzimmer hoch über der Küste mit Meerblickterrasse für 15 K-Mark pro Person.

30.8. 17. Tag 80 km

Neum -- Opuzen -- Metkovic -- Pocitelj -- Mostar

Einige Kilometer hinter Neum verließen wir endgültig die Küste und fuhren über einen kleinen Pass ins Neretva Delta. Dies sollte auch das letzte bergige Stück für den heutigen Tag sein. Ab Opuzen ging es dann bis zur bosnischen Grenze flach mit viel Verkehr an der Neretva entlang. Auch in der Herzegowina führte die Straße dann relativ flach meist am Fluss entlang, mit viel weniger Verkehr allerdings. Die erste längere Pause machte ich ihn Pocitelj, einem pittoresken, sehr ursprünglich anmutenden mittelalterlichen Dorf mit Burgruine hoch über der Neretva. Hier gab's einige sehr nette Cafes und sogar ein paar Souvenirstände. Achim kam dann auch noch rechtzeitig zum Mittagessen an. Im sehr schönen Ausflugslokal Kuk hinter dem Örtchen aßen wir ganz vorzüglich gegrillten Aal (16) und Forelle (10). Die nächsten 20 Kilometer waren landschaftlich sehr schön, immer direkt an der grün schimmernden Neretva entlang durch das von hohen Bergen eingeschlossene Tal. Ich kam bereits am frühen Nachmittag in Mostar an und machte zunächst Quartier bei "Oscar ", sehr schönen, modernen Privatzimmern, nur einen Steinwurf von der alten Brücke entfernt (15 € p.P.) und direkt neben dem Café Oscar, einem der wohl schönsten Europas, ein riesiges Open-Air Lokal mit gemütlichen Sitzkissen, Shishas und hervorragenden Caipirinhas (6).
Mostar
Neretva
Mostar hat sich in den letzten drei Jahren kaum verändert, viele Häuser sowohl in der Altstadt, als auch in der Neustadt sind immer noch vom Krieg zerstörte Ruinen, was allerdings nichts daran ändert, dass Mostar zu den schönsten Städten Europas gehört. Allein die Lage an der kleinen Neretva-Schlucht mit ihrem türkisfarbenes Wasser ist einzigartig. Die berühmte Alte Brücke über den Fluss ist inzwischen ebenfalls wieder aufgebaut und allein in der malerischen Altstadt gibt es so viele schöne Konobas, Bars und Cafes, dass man Wochen hier verbringen könnte und dennoch nicht alle ausprobieren könnte. Für eine Touristenattraktion von diesem Kaliber war in der Stadt allerdings überraschend wenig los, es ist schließlich immer noch August, aber viele der Restaurants und Kneipen waren halb leer und es herrschte noch nicht einmal auf der Alten Brücke Gedränge, eine ungewöhnliche Erfahrung nach den kroatischen Küstestädtchen. Wir aßen auf der traumhaft schönen Terrasse das Restaurants Mlinica über dem Fluss zu Abend. Gegrillte Pilze (6) und bosnisches Gurmanak, ein sehr üppiges Gericht aus allerlei gemischtem Fleisch und Pilzen in einer riesigen Pita (13). Sehr lecker aber zu üppig.

31.8. 18. Tag 80 km

Mostar -- Jablanica -- Konjic -- Sarajevo

Die ersten 20 Kilometer hinter Mostar ging es flach durch ein breites Tal, vor Jablanica verengte sich das Tal dann, die Strecke wurde hügeliger und landschaftlich sehr schön, immer entlang der Neretva eingerahmt von hohen Bergen. Im Han, einem der zahlreichen Ausflugsrestaurants vor Jablanica aßen wir zu Mittag. Lamm vom Spieß (25 pro Kilo), die Spezialität der Region; außerdem gegrillte Forellen (8) und einen sehr leckeren Teller mit Käse (2) und Schinken (4). Von Jablanica bis Konjic war das Fahren teilweise etwas unangenehm, wie zuvor war die Straße zwar nur leicht hügelig, wenn auch tendenziell bergauf, aber es ging durch zahlreiche teils unbeleuchtete Tunnels mit schlechtem Straßenbelag. Von Konjic, einer nicht sonderlich attraktiven Provinzstadt wollten wir dann den Zug für die restlichen gut 50 Kilometer nach Sarajevo nehmen, zum einen da die Straße von hier über einen fast 1000 Meter hohen Pass führte, zum anderen da sich das Wetter bedrohlich verschlechterte. Aber hier in Bosnien sind manche Dinge auch zehn Jahre nach Kriegsende noch nicht wirklich funktionsfähig, so auch eine der Hauptzugverbindungen in die Hauptstadt. Am völlig maroden, heruntergekommenen Bahnhof schien niemand genau zu wissen ob und wann ein Zug fährt. Wir bekamen schließlich heraus, dass die Verbindung nach Sarajevo gerade repariert wird und dass die Bahn Busse nach Sarajevo einsetzt, die aber Fahrräder problemlos mitnehmen könnten. Also kauften wir zwei Tickets (4,70 p.P. + 1 fürs Fahrrad) und fuhren eben mit dem Bus nach Sarajevo. Als wir dann ankamen war es bereits dunkel, aber am Bahnhof warteten Leute vom Hostel Ljubica, die auch Privatzimmer vermieteten, auf potenzielle Kunden. Für 15 € p.P. kamen wir zentral, zwei Gehminuten von der Bascarsija in einer Privatwohnung unter, angesichts der hohen Hotelpreise in Sarajevo ein guter Deal. Wir genossen noch ein hervorragendes Abendessen im Bosanska Kuca in der Bascarsija, einer klassischen Touristenfalle, aber bei so gutem, günstigen Essen störte das natürlich nicht weiter. Klassisch guter Sopska Salat (5), eine riesige Platte mit gegrillte Gemüse (9) und einige ebenso üppige Portion Kapten Kuk, Kalamari-Spieße mit Mangold und schwarzen Risotto (15).
1.9. 19. Tag Ruhetag

Wir verbrachten den heutigen Tag in Sarajevo, d.h. Achim verbrachte ein Großteil des Tages krank auf dem Zimmer und ich verbrachte den Tag damit durch die Straßen Sarajevos zu schlendern, Café zu trinken und mich zu wundern, wie viele Spuren des Krieges seit meinem letzten Besuch vor drei Jahren inzwischen beseitigt wurden. Keine ausgebrannten Hochhausruinen mehr auf dem Weg ins Zentrum, und auch in der Altstadt selber ist von den zerlöcherten Fassaden abgesehen nur noch wenig Zerstörung sichtbar. Sarajevo ist fast schon wieder eine normale, sehr attraktive Großstadt; architektonisch und auch kulturell geprägt von Türken, Habsburgern und den Jugo-Sozialisten. Kulinarisch hat Sarajevo noch ein wenig Aufholbedarf im Vergleich mit anderen Metropolen, es gibt hier zwar die besten Böreks und Cevapcici auf dem Balkan - die einfachen kleinen Lokale wo man sich diese Spezialitäten einverleiben kann sind überall anzutreffende Institutionen - was internationale Küche und Fusion angeht hinkt die Stadt allerdings noch etwas hinterher. Aber auch hier tut sich etwas: im Mash Eat Club, von außen unscheinbar im ersten Stock eines heruntergekommenen sozialistischen Baus, innen im schicken Großstadt-Look eingerichtet bekam ich einen üppigen Teller "Tai Musule" (9), große grüne Muscheln in einer Mango-Curry-Chili-Sauce, geschmacklich einwandfrei. Auf der Speisekarte waren auch noch andere verführerische Gerichte aufgelistet, leider hatte die Küche bei Weitem nicht alles auf Lager (Njema! ist das häufigsten Wort in bosnischen Restaurants), aber immerhin. Die Sommerabende in Sarajevo sind immer sehr atmosphärisch. Es scheint, dass alles was zwei Beine hat sich schick macht um über die Ferhadija und die Bascarsija zu flanieren, die Cafes und Bars hier bieten People Watching par Excellence. Den besten Cappuccino gab es für teure 3 im Caffe Vatra in prime location auf der Ferhadija. Sehr schönes Interieur, guten Macchiato und sehr günstige Kuchen und Torten gab es im Wiener Café (Bascarsija).

2.9. 20. Tag 115 km

Sarajevo -- Visoko -- Zenica -- Topcic Polje

Wir verließen Sarajevo in westlicher Richtung auf einer sechsspurigen Ausfallstraße und fuhren anschließend dem Lauf der Bosna folgend Richtung Norden. Ein sehr gemütlicher Tag, überwiegend flach, tendenziell bergab durch das Tal der Bosna, wenn möglich auf Nebenstraßen, ansonsten auf der stark befahrenen M 17. Landschaftlich schön wurde die Strecke erst ab Zenica, wo sich das Tal verengt und nur noch wenige Siedlungen die grüne Natur unterbrechen. Zwischen Sarajevo und Zenica ist das Tal stark zersiedelt mit Industrie und gesichtslosen Orten, von denen Visoko noch der Netteste war. Am Nachmittag verbrachten die einige Zeit in Zenica, einer von Bosniens größeren Städten. Eine typische, postkommunistische Provinzstadt mit unansehnlichem Wohnblocksiedlungen die bis ins Zentrum reichen, aber auch einer großen Fußgängerzone, und einem kleinen restaurierten Altstadtkern mit hübschen, bunten Häusern vor denen sich zahlreiche sehr gut besuchte Cafes, Eisdielen und eine empfehlenswerte Cevapcicina breit machen, was der Stadt durchaus Charme und eine gute Atmosphäre gibt. Wir übernachteten ca. 25 Kilometer hinter Zenica im Motel Mala Postojna an der M17. Die Zimmer waren sehr einfach und das Bad auf dem Gang, aber für 30 schon in Ordnung. Das Essen hier auch ganz passabel und günstig.
Sarajevo
3.9. 21. Tag 130 km

Topcic Polje -- Zepce -- Zavidovici -- Moglaj -- Doboj -- Jakes

Ein weiterer Tag dem Verlauf der Bosna folgend, bis Zepce auf der M17, anschließend durch sehr ländliche Gegend auf der ruhigen Nebenstraße mit schlechtem Belag, die am rechten Flussufer entlang führte bis Doboj. Hinter Moglaj, einem recht hübschen, kleinen Ort mit 400 Jahre alter Moschee und Burgruine, wo wir Mittagspause machten, war die Strecke bis Doboj teils etwas hügelig, aber auch landschaftlich schön, der Rest des Tages aber meist topfeben. Eine zweite längere Pause machten wir in Doboj, der größten Stadt der Region, die aus einer ganz ansehnlichen Burg, die über dem Zentrum thront nicht wirklich etwas zu bieten hatte. Doboj gehörte schon zur Republika Srpska, dem serbisch dominierten Teil Bosniens, was sich für den Außenstehenden allerdings eigentlich nur an den orthodoxen Kirchen und der kyrillischen Beschilderung bemerkbar macht. Wir übernachteten an der M17 kurz vor Modrica in einem ordentlichen Zimmer im Motel Bellevue. Etwas teuer vielleicht für 60, dafür war das Essen gut und billig. Zwei Sopska Salate, ein riesiger mit Schafskäse gefüllter Pljeskavica, gegrillte Pilze, köstliche, selbst gemachte Pommes Frites, Nudelsuppe, Wasser und ein Fläschchen montenegrinischer Chardonnay; alles zusammen für 28.

4.9. 22.Tag 94 km

Jakes -- Modrica -- Bosanska Samac -- Vinkovci -- Vukovar

Nach gut 20 Kilometern entlang der Bosna war mit Bosanska Samac das Grenzstädtchen zu Kroatien erreicht. Hier gab es immerhin eine nette kleine Fußgängerzone mit zahlreichen Straßencafes. Auf der kroatischen Seite fuhren wir dann eine flache, angenehme Nebenstraße durch landwirtschaftliches Gebiet bis nach Vinkovci, einem recht hübschen Barockstädtchen wo wir Mittagspause machten. Nach Bosnien schien ihr alles sehr mitteleuropäisch und aufgeräumt. Nach einem guten Mittagessen (gegrilltes Hähnchen, Pilze und Sopska Salat für 62 Kuna) in der Pizzeria Lamut fuhren wir weiter an die Donau nach Vukovar, dem heutigen Etappenziel. Einst wohl ein hübsches Barockstädtchen an der mächtigen Donau, ist Vukovar heute eine vom Krieg zerstörte Stadt, wo auch 14 Jahre nach der Unabhängigkeit kaum ein unversehrtes Haus steht. Zwischen den Ruinen der einst architektonisch sehr schönen Häuser steht hier und da ein Neubau und auch die untersten Etagen der Ruinen werden häufig als Café genutzt. Doch obwohl Vukovar eine zerstörte Stadt ist, geht das Leben hier seinen normalen Gang, es gibt die üblichen Supermärkte, Boutiquen und Straßencafes und auch ein schönes Ausflugslokal am Fluss. Wir übernachteten im brandneuen 4* Hotel Luv direkt neben einem ausgebrannten sozialistischen Bunker im Zentrum. Sehr schöne, geräumige Zimmer mit allem Komfort für 350 Kuna pro Person mit Frühstück. Wir waren zwar nicht essen, aber was Cafes eingeht ist Vukovar die wohl billigste Stadt in Kroatien. Im El Maritimo auf der Fußgängerzone lief nicht nur der beste Musikmix den ich seit Jahren in einer Kneipe gehört habe, es gab auch Lavazza Cappuccino für 5 Kuna und einen Long Island Ice Tea für 22 Kuna. Hätten wir nicht so ein schönes Zimmer gehabt, hätte ich hier den ganzen Abend verbringen können.
5.9. 23.Tag 92 km

Vukovar -- Ilok -- Backa Palanka -- Novi Sad

Die ersten 40 Kilometer bis zur serbischen Grenze folgte die Straße zwar mehr oder weniger der Donau, verlief aber etwas abseits und war recht hügelig, eine unspektakuläre, wenig befahrene Strecke. Der Grenzübergang nach Serbien war absolut problemlos. Noch vor nicht also lange Zeit hätten wir hierfür ein Visum benötigt aber inzwischen ist alles ganz einfach. Die touristische Infrastruktur in dieser Gegend ist überraschend gut, wir bekamen unsere bosnischen Mark gewechselt, in und um Backa Palanka gab es jede Menge Sobe/Zimmer-Schilder und in einem Motel auf der Straße nach Novi Sad konnten wir uns gleich mit dem serbischen Preisen und vor allem den Portionen vertraut machen. Für 950 Dinar bekamen wir eine lächerlich große Platte mit Hausspezialitäten " für zwei "; d. h. Fleisch, natur, paniert, gefüllt, scharfe Paprikawurst und Kartoffeln, schmackhaft aber grausam. Die restliche Strecke nach Novi Sad war flach, aber unangenehm mit schlechtem Belag, Gegenwind und viel Verkehr. In die Stadt hinein führte ein stark frequentierter Radweg. Wir bezogen ein einfaches, ordentliches Zimmer im Hotel Vojvodina direkt im Zentrum (3800 Dinar mit Frühstück). Novi Sad ist überraschend groß, aber es ist eine sehr angenehme, attraktive Stadt an der Donau mit hübschem Stadtpark, der mächtigen Festung Petrovaradin auf der gegenüberliegenden Uferseite und einer frisch renovierten Altstadt, die komplett für den Autoverkehr gesperrt ist. Das Preisniveau ist sehr niedrig, für ein großes Glas Bier zahlt man im Straßencafe hier gerade mal 60 Dinar. Und auch einige schöne Kneipen gibt es in den kleinen Gässchen abseits der Fußgängerzone, so wie Martha's Pub, sehr Bohème, wo ich abends noch eine billige Pina Colada für 200 Dinar trank.

6.9. 24. Tag 84 km

Novi Sad -- Petrovaradin -- Sremski Karlovci-- Indija -- Belgrad

Die ersten gut 30 Kilometer bis Indija gingen über die Ausläufer des Fruska Gora und waren sehr hügelig mit einer kilometerlangen Steigung hinter dem hübschen Städtchen Karlovci, ehemals einer der bedeutendsten Orte Serbiens. Der Straßenbelag war meist katastrophal, verwunderlich, dass keine Speiche gebrochen ist. Wir trafen heute zum ersten Mal seit Kroatien wieder auf andere Fahrradtouristen, zwei Österreicher auf dem Weg nach Indien, ansonsten scheint es in Serbien aber kaum Touristen zugeben. Hinter Indija wurde es dann wieder flach, aber die schlechte, schmale Straße und der starke Verkehr machte das Vorwärtskommen mühselig. Wir erreichten zunächst dem hübschen Donauvorort Zemun, einst eine eigenständige Gemeinde, heute von Belgrad geschluckt. Die Attraktion hier sind vor allem die zahlreichen netten Fischrestaurants am Donauufer, aber auch Zemuns Zentrum ist recht attraktiv. Selbstverständlich genossen auch wir ein schönes Mittagessen am Fluss, im Restaurant Aleksandar. Mit Schafskäse gefüllte Paprika, Lachs-Gorgonzola gefüllte Champignons und einen superleckeren Donaufisch für 1500 Dinar. Die Fahrt hinein ins Stadtzentrum war nach den bisherigen Unannehmlichkeiten ein echter Genuss. Ein Radweg führte entlang der Donau von Zemun bis zur Sava, vorbei an unzähligen Cafes, Restaurants und Clubs, die sich meist in Barken oder Stelzenhäusern auf dem Fluss befinden. Wir nahmen uns ein Hotel mitten in der Altstadt, das Royal, keine zwei Gehminuten von Belgrad Flanier- und Shoppingmeile Knez Mihailova entfernt. Einfache, aber gute Zimmer mit Bad und Sat TV: hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für 33 €.
Novi Sad
Belgrade
7.9. 25. Tag 37 km

Nach einem verdienten Frühstück des Volkes (ein Getränk und ein kleines Gericht) im Hotel erkundeten wir heute Belgrad. Wir fuhren mit dem Rad einige der schönen Fahrradwege an Donau und Sava ab, wo sich vor allem an der Donau auch in südlicher Richtung noch zahlreiche sehr schöne Bootcafes und Restaurants befinden, wie das bequeme Wooloomooloo wo wir unseren Morgencappuccino tranken. Anschließend umrundeten wir Belgrads Stadtstrände am großen, künstlichen in der Sava angelegten See Ada Ciganlija. Dies ist Belgrad Freizeitparadies mit kilometerlangen Kiesstränden, zahlreichen Strandbars und Fahrradwegen im dazugehörigen Park. Und genau diese Lage am Zusammenschluss von Donau und Sava mit all den Ausflugscafes auf den Flüssen, den Parks, den Bademöglichkeiten geben Belgrad seine Attraktivität, denn die Stadt selber ist hektisch, chaotisch und wurde in so vielen Kriegen beschädigt, dass man sie in ihrer Gesamtheit nicht wirklich schön nennen kann. Das bedeutet allerdings nicht, dass es nicht auch im Stadtzentrum hübsche Ecken gibt. Die Shopping-und Flaniermeile Knez Mihailova ist wirklich schön mit prachtvollen Häuserzeilen und Dutzenden Straßencafes. Ebenfalls sehr schön ist der große Stadtpark mit der mittelalterlichen Zitadelle auf dem Hügel über den Flüssen, von wo man sehr schöne Ausblicke hat. Ganz nett ist auch das alte Bohème-Viertel Skandarlija mit seinen Kopfsteinpflastergassen und zahlreichen Restaurants und Cafes. Was die Bar-und Cafészene angeht wird Belgrad durchaus seinem Status als Metropole gerecht, da hat man die Qual der Wahl unter Hunderten von Optionen, und urig gemütlich oder in Großstadt-Chic, alles ist vertreten. Kulinarisch besteht allerdings noch großer Nachholbedarf. Abgesehen von einigen Italienern und den üblichen Verdächtigen (ein paar wenige verhältnismäßig teure Chinesen, französische Bistros, Tapas-Bars) gibt es in der Stadt kaum Optionen um kreativ oder exotisch Essen zugehen. Serbisch gegessen haben wir allerdings wieder sehr gut im Tri Sesira in Skandarlija. Etwas gehobenere Küche - Muckalica (450 Dinar), leckerer Sopska Salat (170 Dinar), gegrillte Pilze (330 Dinar) und gefüllte Paprika (240 Dinar) -zu fairen Preisen. Zu Abend teilten wir uns noch einen sehr feinen andalusischen Salat mit mariniertem Kalbfleisch im Tribeca. Diese extrem schicke und nicht ganz billige Bar kam mit seiner Speisekarte einer modernen Fusion-Küche noch am nächsten. Die Portion war serbisch üppig und daher für 450 Dinar preislich absolut in Ordnung. Der Abend wurde dann noch richtig lustig. Ich ging auf einen Abstecher in die Central Bar, eine recht schicke Cocktailbar gegenüber von unserem Hotel, wo anscheinend jeder jeden kannte und fast so etwas wie eine Privatparty veranstaltet wurde. Ich kam schnell ins Gespräch und bekamen sogar einige Cocktails aufs Haus, aber auch die bezahlten Cocktails waren sehr günstig (195 Dinar) und kompetent gemixt. Sehr nette Leute, diese Serben.

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Comments for AndreSTGT about Croatia
blint Sun Jan 27, 2008 22:34 UTC
 Great overview!
JLBG Sun Feb 5, 2006 06:53 UTC
 A great page that gives a quick coverage of what Croatia has the best !
cheekymarieh Sat Sep 4, 2004 21:26 UTC
 Great photos with some excellent information.
diocletianvs Sun Jul 4, 2004 18:26 UTC
 Great presentation and comments. Regards from Zagreb. (We have to survive this summer without Tkalciceva street as it's been reconstructed at the moment).
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