"Madagaskar 4" Faritanin' Antsiranana by chmy

Faritanin' Antsiranana Travel Guide: 37 reviews and 75 photos

Fortsetzung

7km vor Vohemar machte der Motor dann pfffffttttt. Und wir blieben stehen. Ich sah uns schon mit unseren Rucksaecken die restliche Strecke laufen, was sicherlich auch machbar gewesen waere, aber Dziner, unser Fahrer, gibt nicht so schnell auf. Da wird ein bisschen gewartet, ein bisschen geschoben, ein bisschen auf den Motor gehauen und schon springt der Wagen wieder an. Und, noch viel erstaunlicher, faehrt die letzten 7km noch!!! Und zwar genau bis zum Ortseingaang. Dort halten wir naemlich kurz an der Taxi-Brousse-Station, um unsere Weiterfahrt fuer den naechsten Tag zu organisieren. Aber wieder schaffen wire s, den Bus mit ein wenig Schieben anspringen zu lassen . Mit dem allerletzten Tropfen rollen wir auf die Tankstelle. In die Tankposition muessen wir den Wagen wieder schieben.
Natuerlich bekommt Dziner ein gutes Trinkgeld fuer seinen ganzen Einsatz von uns, aber auch damit kann er maximal 18l tanken, und er muss noch 135km zurueck. Ihm scheint das aber ueberhaupt keine Sorgen zu machen. Leider wissen wir nicht, ob er den Weg geschafft hat. Aber mein naechstes Auto wird bestimmt ein Hyundai, der faehrt naemlich auch ohne Sprit.

Die Horror-Fahrt oder Hurra, wir leben noch!

Da unseren bisherigen Taxi-Brousse-Fahrten alle deutlich angenehmer und problemfreier abliefen, als es allgemein beschrieben wird, wollten wir nun eine laengere Fahrt wagen: laut Reisefuehrer und Fahrkartenverkaeufer eine 10-12h Fahrt fuer ca.300km.Ja, da haette man schon hellhoerig werden koennen, aber wird nicht auch oft einfach uebertrieben?
Wir wollten also von Vohemar nach Diego Suarez und angeblich sei die Strasse in einem schlechten Zustand. Drum freuten wir uns auch, als uns ein Allrad-Taxi-Brousse angekuendigt wurde. Wir sollten sogar am Hotel abgeholt werden.
Puenktlich um 7.00 sassen wir auf unseren gepackten Rucksaecken, puenktlich um 8.00 kam der Taxi-Brousse-Fahrer, um uns zu sagen, dass es um 9.00 dann auch wirklich losginge.
Der Taxi-Brousse kam dann auch wirklich um 9.00 und es war auch wirklich ein Allrad, naemlich ein Toyota-Pickup, auf dessen Ladeflaeche zwei Holzbaenke geschraubt waren fuer die Fahrgaeste. Gut, dachten wir, wir wollten es ja abenteuerlich... Zu diesem Zeitpunkt sass ausser uns nur noch eine junge Frau auf der Ladeflaeche, angekuendigt wurden uns insgesamt "nur 8 Personen".
Wir fuhren also erst mal zum Buero, um zu bezahlen, dann fuhr der Pickup mit unserem Gepaeck weg, um zu tanken - und kam nicht wieder. Unsere Stimmung wurde langsam aber sicher schlechter. Waehrend wir warteten fanden sich nach und nach noch andere Fahrgaeste ein. Irgendwann kam unser Taxi-Brousse zurueck und es ging ans Beladen: ausser uns fuhren auf der Ladeflaeche noch 10 weitere Erwachsene und zwei Kinder samt Gepaeck, ausserdem wurde noch ein Tisch, ein Bett, 200kg Reis aufgeladen. Die Fahrerkabine war natuerlich besetzt mit dem Fahrer, seinem Chef und dessen Freundin.
Gegen 11.30 ging es dann endlich los und es dauerte keine halbe Stunde, da war unsere Abenteuerlust dem blanken Entsetzen gewichen. Die "schlechte Strasse" ist streckenweise schlichtweg gar nicht exsistent, d.h. wir fuhren einfach querfeldein, versuchten uns, zusammengepfercht wie wir waren, irgendwie festzuhalten, schlugen uns die Koepfe an und bekamen blaue Pobacken.
Nach zwei Stunden waren wir voellig verzweifelt und wollten nur noch irgendwo ankommen. Sind wir voellig wahnsinnig, uns so etwas freiwillig anzutun???
Alles tat uns weh, Staub kroch in jede Pore. Wir atmen die russigen Abgase ein.
Nach vier Stunden glaubten wir, schlimmer koenne es nicht werden. Da fingen die Kinder an, vor Erschoepfung zu weinen und zu schreien. Wie gerne haetten wir mitgeweint, unseren ganzen Frust rausgeschrien.
Langsam wurde es dunkel und wir hatten gerade mal 100km geschafft. Wie soll das nur enden?
Und als wir uns ganz sicher waren, dass es schlimmer nicht werden koenne, erschien ein Hoffnungsschimmer, denn es tauchten die ersten Ansiedlungen auf, und ein Fahrgast sieg aus. Wenigstens ein bisschen mehr Platz. Aber das dachte unser Fahrer auch und lud bei naechster Gelegenheit 3(!) neue Passagiere ein. Das Spiel wiederholte sich 3mal.
Uns wurde langsam klar, dass wir an diessem Tage Diego nicht mehr erreichen wuerden und beschlossen, in der naechsten mittelgrossen Stadt zu uebernachten. Eine Entscheidung, die wir gar nicht haetten treffen muessen, denn in besagtem Staedtchen wurde uns dann eroeffnet, dass unser Taxi-Brousse sowieso erst am naechsten Morgen weiterfahren wuerde. So machten wir uns eben auf, ein Zimmer zu suchen und fielen fix und fertig ins Bett.
Natuerlich ging es am naechsten morgen nicht wie angekuendigt um 6.00 weiter, d.h. abgeholt wurden wir schon relativ puenktlich, allerdings von einem Peugeot 505. Er sei jetzt unser Taxi-Brousse. Ist uns sehr recht. Dass wir dann allerdings noch drei Stunden durch den Ort cruisen, um andere Fahrgaeste aufzugabeln, freut uns nicht mehr so sehr. Zwischendurch steigen wir alle um in einen der ueblichen Minibusse. Tja, so eine Fahrt muss sich lohnen.
Als wir am fruehen Nachmittag in Diego Suarez ankommen, sind wir vom Taxi-Brousse-Fahren kuriert. Hurra, wir leben noch!

Wenn die Fledermause zum Abschied winken

Nach all dem Stress, wollten wir uns in unseren letzten Tagen in Madagaskar noch etwas Gutes tun und machten noch einen Trip in das Ankaranana Nature Reserve.
Hier nun sollten wir eine andere Spezialitaet des Landes kennenlernen: Tsingy.
Tsingy sind sehr spitze Felsformationen, entstanden durch Errosionen nach Vulkanaktivitaet. Wieder mal eine Landschaft, die einem suggeriert, sich in einer anderen, einer Science fiction Welt zu befinden. Messerscharf stechen die grauen Felsnadeln in den Himmel. Wir kletterten oben drauf rum und quteschten uns duch schmale Spalten und stellten so unser Equipment auf eine neue Haerteprobe.
Zu unserem Vergnuegen tummelten sich einige Lemuren um unsere Koepfe. In der Zwischenzeit haben wir auch eine Identfikationstafel und freuen uns ueber jede neue Spezies, die wir sehen.
Wie es zu dieser Indiana Jones-Szene gehoert, passierte auch eine 1m lange Schlange unseren Weg. Zum Glueck wissen wir ja, dass es auf Madagaskar keine Giftschlangen gibt, so dass wir uns der Schoenheit eben Indiana Jones-maessig ganz gelassen naehern konnten.
Eine weitere Mutprobe stellte der Besuch des Bat Cave dar. Denn wie der Name schon sagt, wimmelt es dort von Fledermaeusen. Schon bevor wie die Hoehle betraten, hoerten und rochen wir die kleinen Blutsauger (das ist natuerlich Quatsch, hier haben wir nur Insektenfresser). Aber um ein bestimmtes malegassisches Tabu nicht zu brechen, mussten wir unsere Huete absetzen, bevor es – dann unbehuetet – in die dunkle Hoehle ging. Der Laerm der Fledermaeuse wurde lauter, auf dem Boden krabbelte ihr Futter in Form von Kakerlaken, mir schlotterten die Knie, als unser Guide sagte, wir sollten unsre Taschenlampen ausschalten, um der Vorfahren zu gedenken.
Da standen wir nun im Finstern, und hoerten, wie die Fledermause um unsere Koepfe flogen.
Schon sehr erleichternd, als wir wieder im Tageslicht waren.
Das war unser letzter Trip auf Madagaskar. Die letzten zwei Tage liessen wir noch ruhig angehen. Jetzt ging es nur noch zurueck nach Antananarivo, um aufzubrechen zu unserem naechsten Ziel:
SUEDAFRIKA!

  • Last visit to Faritanin' Antsiranana: Nov 2007
  • Intro Updated Dec 3, 2007
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