"Madagaskar 2" Manakara by chmy

Manakara Travel Guide: 1 reviews and 6 photos

Fortsetzung Manakara

Nach 10 Stunden Fahrt kamen wir nun in Manakara an, nahmen ein Pousse-Pousse und fuhren Richtung des kleinen Hotels, das wir uns vorher nach den schwaermenden Kommentaren in unserem Reisefuehrer ausgesucht hatten: direkt am Ozean, super-sauber, die heimeligste Unterkunft in ganz Madagaskar.

Das Pousse-Pousse fuhr und fuhr, es wurde dunkler und dunkler, wir kamen an die Uferpromenade, auf der sich ein verfallenes koloniales Gebaeude ans naechste reihte, es fing an zu regnen, die ersten Blitze gingen runter. Das Pousse-Pousse kam an einem dunklen Haus zum stehen, zwei Gestalten schauten heraus, ja, das war tatsaechlich unser "Hotel" und ja, sie haetten auch noch ein Zimmer. Es blieb gerade noch Zeit uns den Schluessel auszuhaendigen, da kam auch schon die Sintflut herab.

Wir waren zunaechst heilfroh, angekommen zu sein, bis wir unser "Zimmer" sahen: eine Keller-Zelle ohne Fenster, Dusche ohne Abtrennung im Zimmer, Schimmelflecken, Kakerlaken, Toilette ueber den Hof. Ach ja, die Toilette bezeichnete Christian nur noch als "Trainspottig-Toilette" - noch Fragen? Wie gesagt, es kam gerade eine sintflutartiges Gewitter herunter, es war stockdunkel und das Stadtzentrum, wo sich auch noch andere Hotel befanden 3km weit weg. Also Augen zu und durch.

Wir wollten es ja so...

Wir machten vor Ekel kaum ein Auge zu, was den Vorteil hatte, dass wir morgens um 5.00 einen herrlichen Strandspaziergang machten, denn das Hotel liegt wirklich direkt am Indischen Ozean, muss ich erwaehnen, das unsere Keller-Zelle unterhalb der Wasserlinie liegt?

Dann die naechste schoene Ueberraschung: Bei dem Sturm nachts war in der Stadt ein Baum auf eine Stromleitung gefallen. Durch den anschliessenden Stromausfall kam zu eimem Problem im Wasserwerk, so das es kein fliessend Wasser mehr gab. Na ja man kann sich auch mittels Eimer, Tasse und kaltem Wasser waschen.

Urspruenglich hatten wir ja vorgehabt, ein paar Tage hier am Strand zu entspannen, seltsame Unterkunft, kein Strom, kein Wasser haetten wir vielleicht noch ignoriert, aber dann fing es wieder an zu regnen. Ein richtig schoener deutscher, herbstlicher Dauerrregen. Also Planwechsel. Wir beschlossen, per Flugzeug ganz in den Sueden der Insel zu fliegen.
Es kostete uns einige Muehe, das Buero von Air Madagaskar in dem Hinterhof zu finden, um dann festzustellen, dass es geschlossen war, um irgendwann deutlich spaeter zu erfahren, das gar keine Fluege mehr von Manakara gehen. Also mit dem Taxi-Brousse zurueck? Ist doch nur eine Steecke von vielleicht 200km.
Nun war es schon nachmittags und wir wollten den naechsten Morgen abwarten. Um es uns ertraeglicher zu machen, wechselten wir das Zimmer und hatten wenigstens jetzt ein Fenster.

Am naechsten Morgen machten wir wieder einen schoenen Strandtspaziergang, diesmal in die andere Richtung. Beinahe waeren wir in einen Hundehaufen getreten und erinnerten uns amuesiert an die Schilderung aus dem Reisefuehrer, dass in manchen Gegenden der Strand als oeffentliche Toilette genutzt wird.
Da fiel uns auf, dass doch eine ganze Menge "Hundehaufen" herumlagen, und dass diese auch relativ gross sind. In etwa 20m entfernung kamen 5 Kinder an den Strandt gelaufen, hockten sich hin und entleerten sich.
Wir hatten genug gesehen, unser Beduerfnis, diesen Ort zu verlassen stieg gewaltig.

Also, Rucksaecke packen und zur Taxi-Brousse-Station. Der naechste Schock: Der Taxi-Brousse faehrt nur einmal taeglich, abends, faehrt ueber Nacht und braucht 12h! Die naechste Alternative waere der Zug, aber die Lok war gerade kaputt. Verzweifelung machte sich breit.

Da griff Christian in die Trickkiste und in unsere Reise-Kasse und heuerte kurzerhand einen privaten Fahrer an und los ging's! 7h durch menschenleere surreal anmutende Landschaften ueber eine Strasse voller Potholes. Und nun sind wir wieder hier in Fianarantsoa.

Traeume werden wahr in Isalo

Wir hatten herrliche Tage im Isalo-Nationalpark, die uns fuer alle unangehmen Ueberrraschungen der letzten Tage entschaedigt haben.
Zunaechst aber fing alles mal wieder mit Dunkelheit an, als wir nachts um 23.00 mit dem Bus hier ankamen (und die afrikanische Nacht ist stockduster!),an unserem Hotel vorbeifuhren und etwa 5km weiter anhielten. Da standen wir nun. Theoretisch wussten wir ja nun, wo wir hin mussten, theoretisch hatten wir auch Taschenlampen, aber praktisch hatten wir bei dem Gedanken, die Strecke im Dunkeln zu laufen, die Hosen ziemlich voll.
Zum Glueck kam uns die malegassische Hilfsbereitschaft mal wieder sehr entgegen. Der Besitzer des naechstgelegenen Etablissements fuehrte ein paar Telefonate und "nur" 1h spaeter holte uns der "Hotel-Shuttle", sprich ein Lieferwagen mit Fahrersitz und Beifahrersitz, ab.
Die Wartezeit wurde auch promt genutzt, uns einen Guide fuer den Nationalpark waermstens ans Herz zu legen. Wir verabredeten uns fuer den naechsten Morgen und fielen totmuede ins Bett.

Puenktlich um 7.00 ging's dann auch los. Der Isalo-Nationalpark besteht aus einem Hochplateau mit diversen Canyons, einigen Flusslaeufen und kleinen Seen. Die Vegetation ist sehr unterschiedlich: afrikanische Steppe, voellige Oednis, ploetzlich die gruensten Oasen, die man sich denken kann, Regenwald. Und vor allem ist es HEISS! Endlich sind wir in Afrika!

Wir marschieren also los, fasziniert von der wechselnden Landschaft, ausserhalb des Parks noch einige Reisfelder, Bauern, die gerade Brandrohdung betreiben, vereinzelten Zebu-Herden.
Unsere Ziel fuer den ersten Tag sind die beiden Canyons: Canyon des Maki und Canyon des Rats. Im ersten hoffen wir auf die grossen weissen Sifaka und auf die Catta, beides Lemurenarten, die wir noch nicht gesehen haben, zu stossen.
Aber zunaechst erschliesst sich uns eine paradiesische Landschaft, die kein Luxus-Beach-Resort auch nur annaehernd nachbauen koennte: Ein sanfter Bachlauf wird von exotischsten Baeumen und Blumen gesaeumt, hier und da strahlend weisse Sandbaenke, von den Felswaenden laufen kleine erfrischende Rinnsale, Schmetterlinge fliegen, Voegel zwitschern. Der reinste Kitsch! Wir sind bezaubert.

Und da sind sie: die grossen weissen Sifaka! Ganz nah und ganz guter Dinge, sprangen mit grossen Saetzen von Baum zu Baum, spielten, frassen, und dann taten sie mir den groessten Gefallen: der skurille Gang auf dem Boden. Das haben bestimmt schon einige von Euch im Fernsehen gesehen, wenn diese Halbaffen den aufrechten Gang versuchen. Sie stehen also auf den Hinterbeinen, die Vorderbeine wie zur Balance ausgestreckt, und huepfen in grossen Spruengen schraeg seitlich. - Herrlich!

Wir sind vollkommen gluecklich! Aber unser Tag ist ja noch nicht vorbei: Wir wandern, bzw. klettern weiter in den Canyon rein. Es wird immer verwunschener. Am Ende erwartet uns ein natuerlicher Swimmingpool, der von einem kleinen Wasserfall gespeist wird. Eine mehr als Willkommene Erfrischung!

Weiter geht's zum naechsten Canyon. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass wir uns hier in Madagaskar zu absoluten Wanderfreaks entwickeln. Nix mehr mit Stubenhockerei. Wir staunen selber...

Der Canyon des Rats heisst so, weil sich hier einige Grabstaetten in den Felsspalten befinden, die auch jetzt noch regelmaessig genutzt werden. Und zwar werden die Toten dort fuer einige Jahre eingemauert, nach abgeschlossenem Verwesungsprozess wieder exhumiert, die Knochen werden in einer festlichen Ceremonie gereinigt und an der "endgueltigen" und deutlich schwerer zu erreichenden Grabstaette beerdigt. Dass dies ganz aktuell so praktiziert wird, davon zeugen diverse aufgebrochene Saerge, die dort reihenweise rumliegen. Ganz schoen unheimlich.

Muede, aber voller toller Eindruecke und voller voller Vorfreude auf den naechsten Tag fallen wir ins Bett.

Fortsetzung Isalo

Am naechsten Tag nun steht eine Wanderung ( was ich sag...)auf dem Hochplateau an. Die Landschaft wird ganz karg und der Blick ist atemberaubend. Die Steigung und die Hitze allerdings auch...
Aber auch hier finden wir immer wieder Abkuehlung in den herrlichsten natuerlichen Swimmingpools, die man sich denken kann. Glasklares Wasser, angenehm temperiert. Wir waehnen uns im Paradies.

Bei einer Rast werden wir dann von den Catta besucht, der Lemurenart mit dem geringelten Schwanz. Immer wieder Verblueffung, was sich die Natur so alles ausdenkt.

Diese Truppe ist nun ueberhaupt nicht scheu und hat es auf unsere Bananen abgesehen. Es ist verboten, die Lemuren im Park zu fuettern, aber in einem unachtsamen Moment kommt ein Dieb zum Zug und damit zur Bananenschale. Der Spass, den wir dabei haben loescht unser schlechtes Gewissen auch ganz schnell aus.
Zur Kroenung dieses perfekten Tages stoebern wir noch ein paar Chamaeleons auf.
Was will man mehr im Leben?

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Morondava

  • Intro Updated Nov 14, 2007
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